Was ist Landwirtschaft?

Als Landwirtschaft wird die Herstellung unterschiedlicher pflanzlicher oder tierischer Produkte und Erzeugnisse auf bewirtschafteten Flächen bezeichnet. Der vielfältige Anbau von Pflanzen (z.B. Getreide) und die Zucht von Nutztieren dienen vorallem der Produktion von Nahrungsmitteln, unterstützen aber auch die Herstellung von Rohstoffen für die Produktion von Bekleidung (Herstellung von Leder, Pelze oder Wolle).

Die Landwirtschaft wird generell in zwei verschiedene Produktionsbereiche eingeteilt:
Tierproduktion, z.B. Zucht und Nutzung von Schweinen, Rindern und Geflügel. Die Produktion ist an die jeweilige Tierart durch individuelle Tierhaltung oder Futterversorgung angepasst.
Der Begriff Pflanzenproduktion bezeichnet klassischen Ackerbau, also die Produktion von Kulturpflanzen zur Ertragsgewinnung, Gartenbau (z.B. Obstbau) und Weinbau.

Die Wahl der Produktionsrichtung ist für den Landwirt eine standortabhängige Entscheidung. Schlechtere Böden dienen eher der Viehhaltung, während fruchtbare Böden idealerweise zur Pflanzenproduktion genutzt werden. Aus agrarwirtschaftlicher Sicht unterscheidet man zwischen extensiver und intensiver Landwirtschaft bzw. zwischen intensiver und extensiver Tierhaltung. Extensive Landnutzung ist charakterisiert durch hohen Verbrauch an Nutzfläche- oder Produktionsfläche, aber nur geringem Eingriff durch den Landwirt in die natürlichen Verhältnisse. Typische Formen sind der Wanderfeldbau und Fernweidewirtschaft, extensive Landnutzung hängt also traditionell eng mit dem Nomadentum zusammen. Intensive Landnutzung ist das genaue Gegenteil und ist durch geringen Verbrauch an Nutzfläche, dafür mit starken Eingriffen durch den Landwirt geprägt: typische Formen sind Terrassenfeldbau, Düngung, Bewässerung oder Rodung.

Landwirtschaft in Deutschland

Die Landwirtschaft in Deutschland hat seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch verbesserte Anbaumethoden und Einsatz von effektiven Maschinen und Produktionsanlagen eine immense Steigerung der Produktivität erfahren: etwa um 1900 versorgte ein durchschnittlicher Landwirt 4 weitere Personen mit Nahrung, im Jahre 2000 ernährte ein einzelner Landwirt bereits über 140 Menschen. 2003 wurden in Deutschland etwa 420.000 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche gezählt. Circa 1,3 Millionen Menschen waren haupt- oder nebenberuflich im landwirtschaftlichen Sektor beschäftigt. Eine Nutzfläche von rund 17 Millionen Hektar Boden wurde landwirtschaftlich genutzt, was etwa der Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands entspricht. Den größten Anteil nimmt davon die Pflanzenproduktion mit etwa 12 Millionen Hektor genutzter Bodenfläche ein.

Heutzutage hat der landwirtschaftliche Sektor in Deutschland und auch auf der ganzen Welt mit verschiedenen ökonomischen, sozialen und ökologischen Problemen zu kämpfen. Obwohl große Steigerungen der Produktivität erreicht werden konnten, sehen sich viele landwirtschaftliche Betriebe und Landwirte mit ungleicher Verteilung, Preisverfall (teilweise als Folge der Globalisierung) und damit Betriebsaufgaben konfrontiert.